Hilflosenentschädigung für Minderjährige

Ist Ihr Kind im Alltag auf Hilfe angewiesen, die nicht seinem Alter entspricht? Die Invalidenversicherung kann Sie dafür mit einem finanziellen Beitrag unterstützen. Bedarf Ihr Kind wegen gesundheitlicher Einschränkungen einer intensiven Betreuung? Der Intensivpflegezuschlag entschädigt Sie für den zeitlichen Mehraufwand.

Anmeldung

Für IV-Leistungen melden Sie sich erstmals mit der Anmeldung für Minderjährige: Hilflosenentschädigung an.

Die Anmeldeformulare erhalten Sie bei den IV-Stellen, den Ausgleichskassen und den Gemeindezweigstellen. Für Erhöhungsgesuche genügt ein formloses schriftliches Schreiben.

Die IV-Stelle Ihres Wohnkantons nimmt Ihre Anmeldung gerne entgegen.

Anspruch

Sie haben Anspruch, wenn Ihr Kind eine nicht altersgemässe Hilfe in den folgenden Tätigkeiten benötigt:

  • An- und Auskleiden
  • Aufstehen/Absitzen/Abliegen
  • Essen
  • Körperpflege
  • Verrichten der Notdurft (z.B. Toilettengang)
  • Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte

Ebenso haben Sie Anspruch auf Unterstützung, wenn Ihr Kind zu Hause dauernde persönliche Überwachung wegen einer physischen oder psychischen Einschränkung benötigt.

Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für Minderjährige entsteht, sobald das Kind voraussichtlich während mehr als zwölf Monaten hilflos ist. Frühestens kann der Anspruch im ersten Lebensjahr entstehen. Dieser Anspruch besteht nur für Tage, an welchen Ihr Kind zu Hause übernachtet.

Anspruch auf Intensivpflegezuschlag entsteht, wenn die Behandlungs- und Grundpflege im Vergleich zu gesunden Kindern gleichen Alters einen Mehraufwand von durchschnittlich vier Stunden pro Tag oder mehr bewirkt.

Leistung

Es bestehen drei Schweregrade der Hilfsbedürftigkeit. Die Höhe der Hilflosenentschädigung wird pro Tag berechnet.

Leichter Grad mindestens 2 Tätigkeiten 15.80 Franken
Mittlerer Grad mindestens 4 Tätigkeiten 39.50 Franken
Schwerer Grad alle 6 Tätigkeiten 63.20 Franken

 

Der Intensivpflegezuschlag richtet sich nach dem durchschnittlichen täglichen Betreuungsaufwand. Sie erhalten ihn für jede Übernachtung zu Hause.

Mehraufwand mindestens vier Stunden pro Tag: 31.60 Franken
Mehraufwand mindestens sechs Stunden pro Tag: 55.30 Franken
Mehraufwand mindestens acht Stunden pro Tag: 79.00 Franken

 

Die Leistungen in diesem Umfang richtet die Invalidenversicherung bis zum vollendeten 18. Altersjahr aus. Danach prüft sie automatisch den Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung für Erwachsene. Sie brauchen kein zusätzliches Gesuch einzureichen.

Die Hilflosenentschädigung und den Intensivpflegezuschlag rechnen Sie als Eltern quartalsweise ab. Mit den Abrechnungsformularen erhalten Sie eine Präsenzliste, mit der Sie über den Aufenthaltsort (zu Hause, im Spital usw.) Ihres Kindes informieren. Bei einem Heimaufenthalt unterzeichnet das Heim die Präsenzliste ebenfalls. Die IV-Stelle überprüft die Abrechnung. Danach erhalten Sie die Auszahlung von der Zentralen Ausgleichsstelle in Genf (ZAS).

Bei Fragen zur Abrechnung der Hilflosenentschädigung helfen die Fachpersonen der SVA gerne weiter: 062 837 89 96.
 

Meldepflicht

Änderungen in Ihren persönlichen Verhältnissen, die den Leistungsanspruch beeinflussen, melden Sie der IV-Stelle. Dies ist der Fall bei

  • Adressänderungen
  • Heimeintritt und Heimaustritt
  • Spitalaufenthalten (genaues Eintritts- und Austrittsdatum)
  • Veränderungen der Hilfsbedürftigkeit oder der Leistungen der Spitex
  • Auslandaufenthalten von mehr als drei Monaten

Häufige Fragen

  • Was ist eine NIF-Nummer?

    Die NIF-Nummer wird durch die Zentrale Ausgleichsstelle (ZAS) bei der ersten Abrechnung vergeben, die ZAS hinterlegt die angegebenen Kontoangaben bei der NIF. Bei der ersten Rechnung kann die NIF-Nummer also weggelassen werden. Ab der 2. Rechnung genügt die NIF-Nummer – die Kontoangaben werden nur noch benötigt, wenn es eine Änderung gibt. Ansonsten erfolgt die Auszahlung durch die ZAS auf das angegebene Konto.

    Die NIF-Nummer sollte auf der Rechnung notiert werden, zusätzlich zur Versichertennummer, Adresse der Versicherten und des Rechnungsstellers.

  • Ich bin hilflos im Alltag. Wann erhalte ich Hilflosenentschädigung?

    Sind Sie bei den alltäglichen Lebensverrichtungen wie „An-/Auskleiden“, „Essen“ oder „Körperpflege“ etc. auf die regelmässige Hilfe anderer Menschen oder auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen, erhalten Sie unter gewissen Voraussetzungen eine Hilflosenentschädigung. Die Höhe der Entschädigung hängt vom Schweregrad Ihrer Hilfsbedürftigkeit ab. Der Anspruch entsteht frühestens nach Ablauf einer einjährigen Wartezeit.

    Ergänzend zur Hilflosenentschädigung kann die Invalidenversicherung Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen durch die monatliche Auszahlung eines Assistenzbeitrages ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu Hause ermöglichen. Mit diesem Beitrag stellen Sie eine Assistenzperson an, welche Sie bei der gesamten Lebensführung unterstützt.

  • Ich beziehe eine Hilflosenentschädigung und mein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert oder verbessert. Was muss ich tun?

    Sie können jederzeit eine Überprüfung der Hilflosenentschädigung oder des Assistenzbeitrages beantragen. Wichtig ist, dass eine Erhöhung immer frühestens ab dem Monat erfolgen kann, an welchem das Gesuch bei der Invaliden- oder Altersversicherung eingetroffen ist. Eine Verbesserung ist im Sinne der Meldepflicht immer zu melden. Eine Reduktion der Leistungen erfolgt nicht rückwirken, sondern in die Zukunft.

Mein Anliegen

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Kyburgerstrasse 15
5001 Aarau
Tel. +41 62 836 81 81
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E-Mail: info@sva-ag.ch

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