Familienzulagen für Arbeitnehmende

Arbeitnehmende haben Anspruch auf Familienzulagen: ab einem AHV-pflichtigen Lohn von mindestens 7'110 Franken pro Jahr respektive 592 Franken pro Monat.

Anmeldung und Änderungen

Die Familienzulagen werden über Ihren Arbeitgebenden angemeldet. Zuständig ist die Familienausgleichskasse, bei der Ihr Arbeitgebender Beiträge leistet.

Familienzulagen erhalten Sie ab einem AHV-pflichtigen Bruttolohn von 7'110 Franken pro Jahr. Wird dieser jährliche Grenzbetrag nicht erreicht, besteht der Anspruch nur für die Monate mit einem AHV-pflichtigen Brutto-Monatslohn von mindestens 592 Franken.

Auch Arbeitnehmende ohne beitragspflichtigen Arbeitgebenden (ANobAG) können Familienzulagen beantragen. Sie wenden sich an die Familienausgleichskasse, bei der Sie Beiträge leisten.

Sind Sie bei mehreren Arbeitgebebenden angestellt, so ist die Familienausgleichskasse
des Arbeitgebenden mit dem höchsten Lohn zuständig. Zur Berechnung des Mindesteinkommens von 7'110 Franken pro Jahr oder 592 Franken im Monat werden die Einkommen aller Arbeitgebenden zusammengerechnet.

Melden Sie Änderungen mit Einfluss auf Anspruch und Höhe der Familienzulagen bei der Familienausgleichskasse.

Finanzierung und Auszahlung

Finanziert werden die Familienzulagen durch Beiträge der Arbeitgebenden. Der Beitragssatz der kantonalen Familienausgleichskasse liegt zurzeit bei 1,45 Prozent der Lohnsumme. In der Regel zahlen die Arbeitgebenden die Familienzulagen zusammen mit dem Lohn im vollen Umfang an Mitarbeitende aus.

Dauer des Anspruches

Der Anspruch entsteht und erlischt mit dem Lohnanspruch.

In den folgenden Situationen kann der Anspruch unter Umständen für drei weitere Monate bestehen bleiben:

  • Krankheit
  • Unfall
  • Schwangerschaft
  • Tod
  • Unbezahlter Urlaub

Mütter haben während des ganzen Mutterschaftsurlaubs (jedoch während höchstens 16 Wochen) Anspruch auf Familienzulagen. Dieser Anspruch ist unabhängig davon, ob die Betroffene eine Mutterschaftsentschädigung von der SVA bezieht oder einen AHV-pflichtigen Lohn vom Arbeitgebenden.

Häufige Fragen

  • Können Familienzulagen auch nachträglich beantragt werden?

    Ja, die Familienzulagen können längstens 5 Jahre rückwirkend beantragt werden. Für Selbstständigerwerbende besteht der Anspruch jedoch frühestens ab 1.1.2013 (Einführung des Bundesgesetzes für Selbstständigerwerbende). Massgebend ist der Eingangsmonat der Anmeldung bei der Familienausgleichskasse.

  • Darf ein Kind während der Ausbildung ein eigenes Einkommen haben?

    Ja, aber das Einkommen darf 28'440 Franken (inklusiv 13. Monatslohn) im Jahr bzw. 2'370 Franken im Monat nicht übersteigen. Ersatzeinkommen wie Taggelder der Erwerbsersatzordnung, der Arbeitslosen- oder Invalidenversicherung sowie Kranken- oder Unfalltaggelder, gelten als Einkommen. Familienrechtliche Unterhaltszahlungen, Stipendien und Renten werden nicht berücksichtigt.

  • Werden Familienzulagen auch für Kinder im Ausland ausbezahlt?

    Für Kinder mit Wohnsitz im Ausland werden die Familienzulagen nur ausgerichtet, wenn zwischenstaatliche Vereinbarungen, also internationale Abkommen, das vorschreiben. Dies betrifft Kinder, welche in einem EU-/EFTA-Staat oder in einem anderen Vertragsstaat wohnen.

  • Ich bin gleichzeitig selbstständig und unselbstständig erwerbstätig. Über welche Tätigkeit muss ich die Familienzulagen geltend machen?

    Sofern sie folgende zwei Kriterien erfüllen, müssen Sie die Familienzulagen über Ihren Arbeitgeber geltend machen:

    • Das Arbeitsverhältnis für mehr als 6 Monate eingegangen worden oder unbefristet ist und
    • Das Mindesteinkommen (CHF 7'110.- pro Jahr bzw. CHF 592.- pro Monat) in diesem Arbeitsverhältnisses erreicht wird.

    Werden diese zwei Kriterien nicht erfüllt, können Sie die Familienzulagen als Selbstständigerwerbende(r) anmelden.

  • In welchen Erlassen sind die Familienzulagen geregelt?

    Die Familienzulagen für Arbeitnehmende, Selbstständigerwerbende und Nichterwerbstätige sind im Bundesgesetz über die Familienzulagen vom 24. März 2006 (FamZG) und in der Vollzugsverordnung vom 31. Oktober 2007 (FamZV) geregelt. Die Familienzulagen in der Landwirtschaft sind im Bundesgesetz über die Familienzulagen in der Landwirtschaft vom 20.Juni 1952 (FLG) und in der Vollzugsverordnung vom 11. November 1952 (FLV) geregelt. Weiter gelten die Bestimmungen des Kantonalen Familienzulagengesetzes und der Verordnung über die Umsetzung des Bundesgesetzes über die Familienzulagen für das Jahr 2009 vom 29. Oktober 2008.

  • Müssen Familienzulagen versteuert und müssen darauf Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden?

    Die Familienzulagen zählen zum steuerbaren Einkommen. Auf die Familienzulagen müssen jedoch keine Beiträge an die Sozialversicherungen bezahlt werden.

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