Längerer Urlaub für hinterbliebene Partner

Ab 1. Januar 2024 tritt ein neues Erwerbsersatzgesetz in Kraft bei welchem im Todesfall eines Elternteils unter gewissen Voraussetzungen Anspruch auf die Verlängerung der Entschädigungsansprüche besteht.

Der Tod eines Elternteils unmittelbar nach der Geburt ist für die Familie und das Neugeborene ein schwerer Schicksalsschlag. In solchen Fällen hat der überlebende Elternteil künftig Anspruch auf einen längeren Mutterschafts- beziehungswiese Vaterschaftsurlaubs. Die Änderung soll dafür sorgen, dass in den ersten Lebensmonaten die Betreuung und das Wohl des Neugeborenen Vorrang haben.

Verlängerung des Entschädigungsanspruch für den Vater resp. die Ehefrau der Mutter

Wenn die Mutter innerhalb von 14 Wochen nach der Geburt des Kindes stirbt, erhält der andere Elternteil (der Vater resp. die Ehefrau der Mutter), zusätzlich zu seinem oder ihrem zweiwöchigen Urlaub des andern Elternteils (ehemals Vaterschaftsurlaub) einen 14-wöchigen entschädigten Urlaub, der unmittelbar nach dem Tod der Mutter am Stück bezogen werden muss. Er endet vorzeitig, wenn der Vater resp. die Ehefrau der Mutter wieder eine Erwerbstätigkeit aufnimmt. Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie hier.

Verlängerung des Entschädigungsanspruch für die Mutter

Parallel dazu hat die Mutter im Falle des Todes des Vaters resp. der Ehefrau der Mutter innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt des Kindes Anspruch auf einen zweiwöchigen Urlaub. Weitere Informationen sowie das Anmeldeformular finden Sie hier. 

Verlängerung des Urlaubs bei längerem Spitalaufenthalt des Kindes auch für den andern Elternteil möglich

Muss das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt für eine längere Zeit im Spital bleiben, so kann der überlebende Elternteil im Todesfall der Mutter die Verlängerung des Entschädigungsanspruchs geltend machen.

Vaterschaftsentschädigung heisst neu Entschädigung für den anderen Elternteil

Mit der Einführung der Ehe für alle am 1. Juli 2022 hat auch die Ehefrau der Mutter Anspruch auf die Vaterschaftsentschädigung. Im Erwerbsersatzgesetz sowie in der Erwerbsersatzverordnung wird die «Vaterschaftsentschädigung» und der «Vaterschaftsurlaub» deshalb neu als «Entschädigung für den anderen Elternteil» beziehungsweise «Urlaub des anderen Elternteils» bezeichnet.