Rentnerpaar

Ergänzungsleistungen (EL)

Ergänzungsleistungen helfen, die minimalen Lebenskosten zu decken. Sie gehören zusammen mit der AHV und IV zum Fundament der sozialen Sicherheit in der Schweiz.

Ergänzungsleistungen bestehen aus zwei Kategorien:
- Jährliche Ergänzungsleistung mit monatlicher Auszahlung
- Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten

Neuerungen 2020

Durchschnittsprämie der Krankenversicherung
Die Durchschnittsprämien der Krankenversicherung betragen ab 1. Januar 2020:

Erwachsene CHF 5'352 im Jahr CHF 446 im Monat
Junge Erwachsene (18-25 Jahre) CHF 4'080 im Jahr CHF 340 im Monat
Kinder CHF 1'272 im Jahr CHF 106 im Monat


Der Regierungsrat des Kantons Aargau hat per 2020 Folgendes beschlossen:

Pflegeheimtaxe
Die maximal anrechenbare Tagestaxe für Pension und Betreuung bei Personen im Pflegeheim beträgt ab Januar 2020 CHF 152 (bisher CHF 160). Personen, welchen dadurch eine Sozialhilfeabhängigkeit droht, können sich an den Sozialdienst der Wohnsitzgemeinde wenden, um einen Antrag auf Erhöhung der anrechenbaren Tagestaxe bis auf maximal CHF 190 zu stellen (bisher CHF 200).  

Eine Sozialhilfeabhängigkeit droht, wenn der aktuelle Vermögensstand unter Berücksichtigung der aufgelaufenen Kosten den sozialhilferechtlichen Vermögensfreibetrag von CHF 1‘500 pro Person bzw. maximal CHF 4'500 pro Unterstützungseinheit unterschreitet. Beträgt beispielsweise der aktuelle Kontostand einer alleinstehenden Person CHF 15‘000, sind jedoch noch Heimkosten von mindestens CHF 13‘500 offen, ist von einer drohenden Sozialhilfeabhängigkeit auszugehen und die Person kann einen Antrag auf Erhöhung der anrechenbaren Tagestaxe stellen. Der Sozialdienst leitet uns den begründeten Antrag zur Prüfung und Anpassung der EL-Berechnung weiter.

Pauschalbetrag für selbstbestimmtes Wohnen
EL-Beziehende mit einer AHV-Altersrente können ab Januar 2020 bei uns einen Pauschalbetrag von monatlich CHF 300 für ein selbstbestimmtes Wohnen zu Hause beantragen. Der Pauschalbetrag wird gewährt, wenn die Notwendigkeit der Betreuung ärztlich bescheinigt ist und die Betreuung durch eine vom Kanton Aargau anerkannte Organisation oder Fachperson erfolgt. Nähere Informationen finden Sie hier.

EL-Reform tritt per 1. Januar 2021 in Kraft

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 29. Januar 2020 beschlossen, die Reform der Ergänzungsleistung (EL-Reform) auf den 01.01.2021 in Kraft zu setzen. Zudem hat er die Ergebnisse der Vernehmlassung zur Kenntnis genommen und die entsprechenden Verordnungsänderungen gutgeheissen.

Zur Medienmitteilung des Bundesrates

Beratungs- und Unterstützungsangebote

Wünschen Sie oder Ihre Angehörige zusätzliche Beratung und Unterstützung? Ein Angebot zu weiteren Anlauf- und Beratungsstellen finden Sie hier.

Häufige Fragen

  • Wo ist das Anmeldeformular für Ergänzungsleistungen einzureichen?

    Bei der Gemeindezweigstelle SVA der zivilrechtlichen Wohnsitzgemeinde.

  • Wie werden die Ergänzungsleistungen berechnet?

    Die jährlichen Ergänzungsleistungen entsprechen der Differenz zwischen den anerkannten Ausgaben (abschliessend im Ergänzungsleistungsgesetz aufgezählt) und den anrechenbaren Einnahmen. Für zu Hause lebende Personen werden die anrechenbaren Einnahmen (Rente, Pensionskassenrente und evtl. Vermögenserträge) mit den anerkannten Ausgaben verglichen, wie:

    • Bruttomiete
    Bruttomiete
    für Alleinstehende CHF 13'200 max.
    für Ehepaare CHF 15'000 max.
    • Allgemeiner Lebensbedarf ab 1. Januar 2019 pro Jahr
    Allgemeiner Lebensbedarf pro Jahr
    für Alleinstehende CHF 19'450
    für Ehepaare CHF 29'175
    für die ersten zwei Kinder je CHF 10'170
    für zwei weitere Kinder je CHF   6'780
    für jedes weitere Kind CHF   3'390
    • Ein jährlicher Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenversicherung, je nach Kanton verschieden.

    Bei Personen, die im Heim oder im Spital wohnen, wird anstatt der Bruttomiete eine Tagestaxe und anstelle des Betrages für den allgemeinen Lebensbedarf ein kantonal festgesetzter Betrag für persönliche Auslagen berücksichtigt. Sind die anerkannten Ausgaben höher als die anrechenbaren Einnahmen, wird eine jährliche EL, in der Regel in der Höhe des Differenzbetrages, ausgerichtet.

     

  • Wann endet der Anspruch auf Ergänzungsleistungen?

    Auf Ende des Monats, in dem die Voraussetzungen (persönliche und wirtschaftliche) weggefallen sind.

  • Hat das Vermögen einen Einfluss auf die Berechnung?

    Ja, das Vermögen hat einen Einfluss auf die Berechnung. Dabei muss zunächst zwischen Vermögensertrag und Vermögensverzehr unterschieden werden. Zum Vermögensertrag gehören Einkünfte aus dem Vermögen. Übersteigt das Vermögen den Freibetrag von CHF 37’500 für Alleinstehende und CHF 60’000 für Ehepaare, wird vom übersteigenden Betrag ein Teil als Einnahmen angerechnet (Vermögensverzehr). Dabei werden folgende Anteile des übersteigenden Betrages als Vermögensverzehr angerechnet:

    • bei Bezüger*innen von Invalidenrenten 1/15
    • bei Bezüger*innen von Hinterlassenenrenten 1/15
    • bei Altersrentner*innen zu Hause 1/10
    • bei Altersrentner*innen in Heimen 1/5 *

    * Bleibt bei einem Ehepaar ein Ehegatte zu Hause, beträgt der Vermögensverzehr weiterhin 1/10  bzw. 1/15.

    Entäusserte Vermögenswerte und darauf berechnete hypothetische Zinsen werden bei der EL-Berechnung gleich berücksichtigt wie tatsächlich vorhandenes Vermögen. Dieses Verzichtvermögen wird jedoch jährlich um CHF 10’000 vermindert. Ist der EL-Bezüger Eigentümer einer selbstbewohnten Liegenschaft, ist dieser Vermögenswert privilegiert; die Kantone können bei diesen Liegenschaften den über dem Schätzungswert von CHF 112’500 ** liegenden Wert als Vermögen bei der EL-Berechnung berücksichtigen. **Als Ausnahme dazu ist nur der CHF 300’000 übersteigende Wert der Liegenschaft beim Vermögen zu berücksichtigen, wenn ein Ehepaar eine Liegenschaft besitzt, die von einem Ehegatten bewohnt wird, während der andere im Heim oder Spital lebt, oder wenn eine Person eine Hilflosenentschädigung bezieht und eine Liegenschaft bewohnt, die sie oder ihr Ehegatte besitzt.

     

  • Welches sind die Höchstgrenzen für Krankheits- und Behinderungskosten?

    Für zu Hause lebende Personen:
    Diesen Personen werden zusätzlich zur jährlichen EL höchstens folgende Beträge für ausgewiesene Krankheitskosten vergütet:

    • Alleinstehenden oder Witwen, Ehegatten von Heimbewohnern CHF 25’000
    • Ehepaaren CHF 50’000 Franken
    • Vater- und Mutterwaisen CHF 10’000

    Die Kantone können jedoch höhere Beträge vorsehen. Leisten nicht anerkannte Spitex-Organisationen oder eine Drittperson die notwendigen Haushaltarbeiten (kochen, putzen, waschen usw.), so können die in Rechnung gestellten ausgewiesenen Kosten höchstens bis zu CHF 4'800 jährlich vergütet werden. Für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner:
    Nebst der jährlichen EL kann ein Höchstbetrag von CHF 6000 für ausgewiesene Krankheitskosten ausgerichtet werden.
    Die Kantone können jedoch höhere Beträge vorsehen. 

     

  • Rückzahlung der Ergänzungsleistungen?

    Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass jemand mit EL-Anspruch mehr Vermögen oder Einkommen hatte, als bei der Berechnung bekannt oder angegeben, muss der zuviel erhaltene Betrag zurückbezahlt werden. Die Grundlagen für die seinerzeitige EL-Berechnung haben sich in diesem Fall geändert. In der fraglichen Zeit wurde über mehr Geld verfügt als angenommen. Der damalige Entscheid darf also korrigiert werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn rückwirkend eine höhere IV-Rente zugesprochen wird als bei der EL-Berechnung angenommen.

  • Habe ich gleichzeitig Anspruch auf Ergänzungsleistungen und Prämienverbilligung?

    Nein, während dem Bezug von Ergänzungsleistungen wird bereits mit der Durchschnittsprämie eine Verbilligung entrichtet. Somit entfällt ein zusätzlicher Anspruch auf Prämienverbilligung.

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