Ergänzungsleistungen (EL)

Ergänzungsleistungen helfen, die minimalen Lebenskosten zu decken. Sie gehören zusammen mit der AHV und IV zum Fundament der sozialen Sicherheit in der Schweiz.

Ergänzungsleistungen bestehen aus zwei Kategorien:
- Jährliche Ergänzungsleistung mit monatlicher Auszahlung
- Vergütung von Krankheits- und Behinderungskosten

Die jährliche Ergänzungsleistung entspricht der Differenz zwischen den jeweiligen Ausgaben und den Einnahmen. Dabei wird zwischen Personen unterschieden, die zu Hause oder in einem Heim leben.

Anspruchsvoraussetzung

Ergänzungsleistungen kann beantragen, wer

  • Anspruch auf eine Rente der AHV oder der IV hat;
  • Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung der IV hat;
  • während mindestens sechs Monaten Anspruch auf ein Taggeld der IV hat.

Voraussetzung ist, dass sich der Wohnsitz und der tatsächliche Aufenthalt in der Schweiz befinden.

Ausländerinnen und Ausländer müssen mindestens zehn Jahre ununterbrochen in der Schweiz leben, um Ergänzungsleistungen zu beantragen. Bei Flüchtlingen oder Staatenlosen beträgt die Aufenthaltsfrist fünf Jahre.

Bürgerinnen und Bürger eines EU-/EFTA-Mitgliedstaates haben in der Regel auch ohne Aufenthaltsdauer Anspruch.

Personen ohne Rentenanspruch können unter gewissen Voraussetzungen auch einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen haben.

Anspruch und Anmeldung

Ein Anspruch auf Ergänzungsleistungen besteht ab dem Monat der Anmeldung. Wird die Anmeldung für Ergänzungsleistungen innert sechs Monaten nach Erhalt der AHV- oder IV-Rente eingereicht, beginnt der Anspruch mit dem Rentenbeginn. Dasselbe gilt bei einem Heimeintritt.

Sind Ihnen Krankheits- und Behinderungskosten entstanden? Sie können diese innert fünfzehn Monaten seit Rechnungsstellung einfordern.

Das ausgefüllte Anmeldeformular reichen Sie bei der Gemeindezweigstelle der SVA Aargau am Wohnort ein.

Meldepflicht

Änderungen der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse teilen Sie Ihrer Kontaktperson im Team Ergänzungsleistungen mit. Dies ist der Fall bei:

  • Heirat, Trennung, Scheidung oder Tod eines Ehegatten
  • Adressänderungen
  • Mietzinsänderungen
  • Veränderungen der Anzahl Personen im Haushalt
  • Beginn oder Ende einer Erwerbstätigkeit
  • Einkommens- oder Vermögensänderungen
  • Erbschaften, Schenkungen oder Lotteriegewinne
  • Kauf oder Verkauf bzw. Abtretung von Liegenschaften oder Grundstücken
  • Zusprache, Wegfall, Erhöhung oder Reduktion von Renten und Taggeldern
  • Ein- und Austritte ins Spital oder Heim
  • Auslandaufenthalte

Krankheitskosten

Ergänzungsleistungen decken Krankheits- oder Behinderungskosten. Sollte keine weitere Versicherung diese bezahlen, werden als Ergänzungsleistungen diese Kosten vergütet:

  • Selbstbehalt und Franchise der obligatorischen Krankenversicherung bis max. 1‘000 Franken im Jahr
  • Zahnärztliche Behandlungen (einfache, wirtschaftliche und zweckmässige Behandlung)
  • Transport zur nächstgelegenen Behandlungsstelle
  • Hilfe, Pflege und Betreuung zu Hause sowie in Tagesstrukturen
  • Vorübergehende Heimaufenthalte
  • Ärztlich angeordnete Bade- und Erholungskuren

Es werden nur Kosten aus der Schweiz berücksichtigt.

Häufige Fragen

  • Wo ist das Anmeldeformular für Ergänzungsleistungen einzureichen?

    Bei der Gemeindezweigstelle SVA der zivilrechtlichen Wohnsitzgemeinde.

  • Wie werden die Ergänzungsleistungen berechnet?

    Die jährlichen Ergänzungsleistungen entsprechen der Differenz zwischen den anerkannten Ausgaben (abschliessend im Ergänzungsleistungsgesetz aufgezählt) und den anrechenbaren Einnahmen. Für zu Hause lebende Personen werden die anrechenbaren Einnahmen (Rente, Pensionskassenrente und evtl. Vermögenserträge) mit den anerkannten Ausgaben verglichen, wie:

    • Bruttomiete
    Bruttomiete
    für Alleinstehende CHF 13'200.— max.
    für Ehepaare CHF 15'000.— max.
    • Allgemeiner Lebensbedarf ab 1. Januar 2015 pro Jahr
    Allgemeiner Lebensbedarf pro Jahr
    für Alleinstehende CHF 19'290.—
    für Ehepaare CHF 28'935.—
    für die ersten zwei Kinder je CHF 10'080.—
    für zwei weitere Kinder je CHF   6'720.—
    für jedes weitere Kind CHF   3'360.—
    • Ein jährlicher Pauschalbetrag für die obligatorische Krankenversicherung, je nach Kanton verschieden.

    Bei Personen, die im Heim oder im Spital wohnen, wird anstatt der Bruttomiete eine Tagestaxe und anstelle des Betrages für den allgemeinen Lebensbedarf ein kantonal festgesetzter Betrag für persönliche Auslagen berücksichtigt. Sind die anerkannten Ausgaben höher als die anrechenbaren Einnahmen, wird eine jährliche EL, in der Regel in der Höhe des Differenzbetrages, ausgerichtet.

     

  • Wann endet der Anspruch auf Ergänzungsleistungen?

    Auf Ende des Monats, in dem die Voraussetzungen (persönliche und wirtschaftliche) weggefallen sind.

  • Hat das Vermögen einen Einfluss auf die Berechnung?

    Ja, das Vermögen hat einen Einfluss auf die Berechnung. Dabei muss zunächst zwischen Vermögensertrag und Vermögensverzehr unterschieden werden. Zum Vermögensertrag gehören Einkünfte aus dem Vermögen. Übersteigt das Vermögen den Freibetrag von 37’500 Franken für Alleinstehende und  60’000 Franken für Ehepaare, wird vom übersteigenden Betrag ein Teil als Einnahmen angerechnet (Vermögensverzehr). Dabei werden folgende Anteile des übersteigenden Betrages als Vermögensverzehr angerechnet:

    • bei Bezügerinnen und Bezügern von Invalidenrenten 1/15
    • bei Bezügerinnen und Bezügern von Hinterlassenenrenten 1/15
    • bei Altersrentnerinnen und Altersrentnern zu Hause 1/10
    • bei Altersrentnerinnen und Altersrentnern in Heimen 1/5 *

    * Bleibt bei einem Ehepaar ein Ehegatte zu Hause, beträgt der Vermögensverzehr weiterhin 1/10  bzw. 1/15. Entäusserte Vermögenswerte und darauf berechnete hypothetische Zinsen werden bei der EL-Berechnung gleich berücksichtigt wie tatsächlich vorhandenes Vermögen. Dieses Verzichtvermögen wird jedoch jährlich um 10’000 Franken vermindert. Ist der EL-Bezüger Eigentümer einer selbstbewohnten Liegenschaft, ist dieser Vermögenswert privilegiert; die Kantone können bei diesen Liegenschaften den über dem Schätzungswert von 112’500 Franken ** liegenden Wert als Vermögen bei der EL-Berechnung berücksichtigen. **Als Ausnahme dazu ist nur der 300’000 Franken übersteigende Wert der Liegenschaft beim Vermögen zu berücksichtigen, wenn ein Ehepaar eine Liegenschaft besitzt, die von einem Ehegatten bewohnt wird, während der andere im Heim oder Spital lebt, oder wenn eine Person eine Hilflosenentschädigung bezieht und eine Liegenschaft bewohnt, die sie oder ihr Ehegatte besitzt.

     

  • Welches sind die Höchstgrenzen für Krankheits- und Behinderungskosten?

    Für zu Hause lebende Personen:
    Diesen Personen werden zusätzlich zur jährlichen EL höchstens folgende Beträge für ausgewiesene Krankheitskosten vergütet:

    • Alleinstehenden oder Witwen, Ehegatten von Heimbewohnern 25’000 Franken
    • Ehepaaren 50’000 Franken
    • Vater- und Mutterwaisen 10’000 Franken

    Die Kantone können jedoch höhere Beträge vorsehen. Leisten nicht anerkannte Spitex-Organisationen oder eine Drittperson die notwendigen Haushaltarbeiten (kochen, putzen, waschen usw.), so können die in Rechnung gestellten ausgewiesenen Kosten höchstens bis zu 4800 Franken jährlich vergütet werden. Für Heimbewohnerinnen und Heimbewohner:
    Nebst der jährlichen EL kann ein Höchstbetrag von 6000 Franken für ausgewiesene Krankheitskosten ausgerichtet werden.
    Die Kantone können jedoch höhere Beträge vorsehen. 

     

  • Rückzahlung der Ergänzungsleistungen?

    Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass jemand mit EL-Anspruch mehr Vermögen oder Einkommen hatte, als bei der Berechnung bekannt oder angegeben, muss der zuviel erhaltene Betrag zurückbezahlt werden. Die Grundlagen für die seinerzeitige EL-Berechnung haben sich in diesem Fall geändert. In der fraglichen Zeit wurde über mehr Geld verfügt als angenommen. Der damalige Entscheid darf also korrigiert werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn rückwirkend eine höhere IV-Rente zugesprochen wird als bei der EL-Berechnung angenommen.

  • Habe ich gleichzeitig Anspruch auf Ergänzungsleistungen und Prämienverbilligung?

    Nein, während dem Bezug von Ergänzungsleistungen wird bereits mit der Durchschnittsprämie eine Verbilligung entrichtet. Somit entfällt ein zusätzlicher Anspruch auf Prämienverbilligung.

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