​Familienzulagen in der Landwirtschaft

Arbeiten Sie als Angestellte(r) oder als Selbstständigerwerbende(r) in der Landwirtschaft und unterstützen Kinder unter 16 Jahren oder junge Erwachsene in Ausbildung? So haben Sie Anspruch auf Familienzulagen.

Landwirtschaftliche Arbeitnehmende

Als landwirtschaftlicher Arbeitnehmender haben Sie Anspruch auf Familienzulagen, sofern

  • Sie einen AHV-pflichtigen Lohn von mindestens 7'110 Franken pro Jahr respektive 592 Franken pro Monat erhalten
  • und Ihr Lohn den ortsüblichen Ansätzen entspricht.

Sind Sie bei mehreren Arbeitgebenden tätig, gilt Ihr Gesamteinkommen.

Landwirtschaftliche Arbeitnehmende haben zusätzlich Anspruch auf Haushaltungszulagen von 100 Franken pro Monat, wenn

  • sie mit ihrem Ehegatten oder ihren Kindern einen gemeinsamen Haushalt führen;
  • sie in einer Hausgemeinschaft mit dem Arbeitgebenden leben und sie für den Haushalt des Ehegatten oder der Kinder aufkommen;
  • sie mit ihrem Ehegatten oder ihren Kindern in einer Hausgemeinschaft mit dem Arbeitgebenden leben.

Selbstständige Landwirtinnen und Landwirte

Als selbstständige(r) Landwirt(in) gelten Sie, wenn Sie eine haupt- oder nebenberufliche landwirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Auch Familienangehörige, die im Betrieb mitarbeiten, gelten als selbstständige Landwirte.

Die Höhe des Einkommens aus der selbstständigen landwirtschaftlichen Tätigkeit hat keinen Einfluss auf den Anspruch der Familienzulagen. Es muss kein gesetzliches Mindesteinkommen erreicht werden.

Als selbstständige(r) Landwirt(in) haben Sie jedoch keinen Anspruch auf Haushaltungszulagen.

Gehen Sie einer ausserlandwirtschaftlichen Tätigkeit nach und erreichen bei dieser Tätigkeit einen AHV-pflichtigen Lohn von mindestens 7'110 Franken pro Jahr, so müssen Sie die Familienzulagen über die ausserlandwirtschaftliche Tätigkeit geltend machen.

 

Anmeldung und Änderungen

Als landwirtschaftlicher Arbeitnehmender melden Sie die Familienzulagen über den Arbeitgebenden an. Zuständig ist die Familienausgleichskasse, bei der Ihr Arbeitgebender Beiträge leistet. Davor reichen Sie oder Ihr Arbeitgebender die Anmeldung zur Kontrolle der zuständigen Gemeindezweigstelle weiter, wenn Ihre Familie in der Schweiz wohnhaft ist.

Als selbstständigerwerbender Landwirt melden Sie die Familienzulagen direkt über die zuständige Gemeindezweigstelle an. Zuständig ist die Familienausgleichskasse, bei der Sie Beiträge leisten.

Melden Sie alle Änderungen, die einen Einfluss auf den Anspruch oder die Höhe der Familienzulagen haben.

Auszahlung und Finanzierung

Die Familienzulagen der selbstständigen Landwirte werden quartalsweise ausbezahlt. Sie werden finanziert durch den Bund (2/3) und den Kanton (1/3).

Die Familienzulagen der landwirtschaftlichen Arbeitnehmenden sind vorrangig durch den Beitrag des Arbeitgebenden gedeckt (2 Prozent der AHV-pflichtigen Bar- und Naturallöhne). Nachrangig finanzieren der Bund (2/3) und der Kanton (1/3).

Die Familienzulagen für landwirtschaftliche Arbeitnehmende werden monatlich direkt dem Arbeitgebenden ausbezahlt. Der Arbeitgebende richtet diese in der Regel im vollen Umfang zusammen mit dem Lohn aus.

Kinder im Ausland

Kinder- und Ausbildungszulagen für Kinder mit Wohnsitz im Ausland erhalten Sie, wenn zwischenstaatliche Vereinbarungen dies vorschreiben. Das trifft zu für EU-/EFTA- oder andere Vertragsstaaten wie Nordmazedonien, Türkei, San Marino oder Bosnien-Herzegowina.

Bei den Haushaltungszulagen ist zu beachten, dass diese in jedem Fall und unabhängig vom Wohnort der Kinder ausgerichtet werden, wenn Sie als Arbeitnehmender mit Ihrem Ehepartner in der Schweiz einen gemeinsamen Haushalt führen.

Ansonsten werden diese nur ausgerichtet, wenn Sie entweder Staatsangehörigkeit Schweiz oder EU/EFTA haben und Ihre Familie gemeinsam in einem EU- bzw. EFTA-Staat wohnt.

Sind die Familienzulagen in der Schweiz höher als die Familienleistungen im Wohnland der Kinder, haben Sie allenfalls Anspruch auf Differenzzulagen. Diesen melden Sie bei der SVA Aargau an.

Zur Kommunikation mit ausländischen Behörden dient das Formular E 411.

Richtlöhne des Schweizerischen Bauernverbandes für landwirtschaftliche Arbeitnehmer

Die Auszahlung der Familienzulagen ist an die gesetzliche Bedingung geknüpft, dass Sie als landwirtschaftliche Arbeitgeberin / landwirtschaftlicher Arbeitgeber einen Lohn bezahlen, der mindestens den ortsüblichen Ansätzen (Richtlohn) entspricht. Die aktuellen Ansätze finden Sie hier.

Häufige Fragen

  • Was ist der Unterschied zwischen Tal und Berg?

    Bei den Familienzulagen in der Landwirtschaft wird unterschieden ob ein Hof im Tal oder am Berg liegt. Sofern ein Hof am Berg liegt, erhöhen sich die Familienzulagen um CHF 20.- pro Monat (Kinderzulagen CHF 220.-  und Ausbildungszulagen CHF 270.-) . Auf die Haushaltungszulagen hat dies keinen Einfluss.

  • Können Familienzulagen auch nachträglich beantragt werden?

    Ja, die Familienzulagen können längstens 5 Jahre rückwirkend beantragt werden. Für Selbstständigerwerbende besteht der Anspruch jedoch frühestens ab 1.1.2013 (Einführung des Bundesgesetzes für Selbstständigerwerbende). Massgebend ist der Eingangsmonat der Anmeldung bei der Familienausgleichskasse.

  • Darf ein Kind während der Ausbildung ein eigenes Einkommen haben?

    Ja, aber das Einkommen darf 28'440 Franken (inklusiv 13. Monatslohn) im Jahr bzw. 2'370 Franken im Monat nicht übersteigen. Ersatzeinkommen wie Taggelder der Erwerbsersatzordnung, der Arbeitslosen- oder Invalidenversicherung sowie Kranken- oder Unfalltaggelder, gelten als Einkommen. Familienrechtliche Unterhaltszahlungen, Stipendien und Renten werden nicht berücksichtigt.

  • Müssen Familienzulagen versteuert und müssen darauf Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden?

    Die Familienzulagen zählen zum steuerbaren Einkommen. Auf die Familienzulagen müssen jedoch keine Beiträge an die Sozialversicherungen bezahlt werden.

  • Besteht trotz Kinderrente der AHV oder IV oder einer Waisenrente Anspruch auf Familienzulagen?

    Eine Kumulation von Familienzulagen und Kinder-/Waisenrenten der AHV ist nach dem ausdrücklichen Willen des Gesetzgebers weiterhin zulässig. Dies gilt sowohl hinsichtlich des Anspruchs des Rentners selber, welcher nach der Erreichung des AHV-Alters weiterarbeitet, wie auch hinsichtlich des Anspruchs des anderen Elternteils, welcher noch erwerbstätig ist.
    Eine Kumulation von Kinderzulagen und Kinderrenten der IV ist ebenfalls zulässig. Auch wenn das über 18-jährige erwerbsunfähige Kind einen Anspruch auf eine IV-Rente hat, besteht weiterhin Anspruch auf die Kinderzulage, nicht aber auf die Ausbildungszulage.

  • Mein Mitarbeiter bezieht die ordentliche AHV-Rente. Hat er trotzdem Anspruch auf Familienzulagen?

    Für eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer im AHV-Alter (Männer ab 65 und Frauen ab 64 Jahren) besteht Anspruch auf Familienzulagen, sofern der Bruttolohn den Betrag von 1992 Franken pro Monat übersteigt; wenn also auf ein Einkommen von mindestens 592 Franken pro Monat AHV-Beiträge entrichtet werden. Massgebend ist das nach AHV-Kriterien ermittelte Einkommen. Die Beitragspflicht für Familienzulagen ist an jene der AHV gekoppelt. Für Erwerbseinkommen von Rentnerinnen und Rentnern unter 1400 Franken pro Monat werden infolge des Freibetrags auch keine FAK-Beiträge abgerechnet.

  • In welchen Erlassen sind die Familienzulagen geregelt?

    Die Familienzulagen für Arbeitnehmende, Selbstständigerwerbende und Nichterwerbstätige sind im Bundesgesetz über die Familienzulagen vom 24. März 2006 (FamZG) und in der Vollzugsverordnung vom 31. Oktober 2007 (FamZV) geregelt. Die Familienzulagen in der Landwirtschaft sind im Bundesgesetz über die Familienzulagen in der Landwirtschaft vom 20.Juni 1952 (FLG) und in der Vollzugsverordnung vom 11. November 1952 (FLV) geregelt. Weiter gelten die Bestimmungen des Kantonalen Familienzulagengesetzes und der Verordnung über die Umsetzung des Bundesgesetzes über die Familienzulagen für das Jahr 2009 vom 29. Oktober 2008.

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