Inhalt - Ergänzungsleistungen

Ergänzungsleistungen zur AHV und IV

Die Ergänzungsleistungen (EL) zur AHV und IV (PDF, 414 KB) helfen dort, wo die Renten und das Einkommen nicht die minimalen Lebenskosten decken. Sie sind ein rechtlicher Anspruch und keine Fürsorge oder Sozialhilfe.
Zusammen mit der AHV und IV gehören die Ergänzungsleistungen (EL) zum sozialen Fundament unseres Staates.

Ergänzungsleistungen bestehen aus zwei Kategorien:

Voraussetzungen für einen Anspruch

Wer Anspruch auf eine Rente der AHV (auch bei einem Rentenvorbezug) oder auf eine Rente der IV hat, kann einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen geltend machen. Ergänzungsleistungen können auch an Personen gezahlt werden, die nach Vollendung des 18. Altersjahres eine Hilflosenentschädigung der IV oder während mindestens sechs Monaten ein Taggeld der IV erhalten.

EL können Personen erhalten:

  • die ihren Wohnsitz und tatsächlichen Aufenthalt in der Schweiz haben
  • die Bürgerin oder Bürger der Schweiz sind oder als Ausländer die Karenzfrist erfüllen

Ausländerinnen und Ausländer können eine EL erhalten, sofern sie seit mindestens 10 Jahren ununterbrochen in der Schweiz leben. Für Flüchtlinge oder Staatenlose beläuft sich die Aufenthaltsfrist auf 5 Jahre. Bürgerinnen oder Bürger eines EU-Mitgliedstaates, für die das Personenfreizügigkeitsabkommen gilt (Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Grossbritannien, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Slowenien, Slowakei, Spanien, Tschechische Republik, Rumänien, Ungarn und Zypern) und Staatsangehörige der EFTA müssen in der Regel keine Karenzfrist erfüllen.

Wer keine oder während einer zu kurzen Dauer AHV- und IV-Beiträge bezahlt hat, kann unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls einen Anspruch auf Ergänzungsleistungen geltend machen.

Jährliche Ergänzungsleistungen

Anspruch

Grundvoraussetzung ist, dass die anerkannten Ausgaben die anrechenbaren Einnahmen übersteigen.

Der Anspruch auf EL besteht erstmals für den Monat, in dem die Anmeldung eingereicht worden ist und sämtliche gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Wird die Anmeldung für die EL innert sechs Monaten seit Zustellung der Verfügung über eine Rente der AHV oder IV eingereicht, so beginnt der Anspruch mit dem Monat der Einreichung des Anmeldeformulars zum Bezuge der Rente, frühestens jedoch vom Beginn der Rentenberechtigung an.

Berechnungshinweise (PDF, 674 KB)

Anmeldung

Der Anspruch auf ordentliche Ergänzungsleistungen muss schriftlich gestellt werden durch die Einreichung des ausgefüllten EL-Anmeldeformulars auf der Gemeindezweigstelle SVA der Wohnsitzgemeinde.

Meldepflicht

Jede Änderung der persönlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse muss der EL-Stelle sofort mitgeteilt werden. Zu solchen Änderungen gehören insbesondere:

  • Trennung, Scheidung oder Wiederverheiratung
  • Tod eines Ehegatten oder mitbeteiligten Kindes
  • Adressänderungen 
  • Mietzinsänderungen 
  • Beginn oder Ende einer Erwerbsarbeit 
  • Erhöhung oder Verminderung des Einkommens oder Vermögens
  • Wegfall, Erhöhung oder Reduktion der Invalidenrente
  • Erbschaft oder Schenkung
  • Vermögensabtretungen
  • Liegenschafts- und Grundstücksverkauf 
  • Ein- und Austritte Spital und Heim 
  • Beginn von regelmässigen Leistungen einer Krankenkasse
  • länger als 3 Monate dauernde Auslandaufenthalte

Wer Änderungen nicht meldet oder beim Antrag der EL falsche Angaben macht, muss zu Unrecht bezogene Leistungen zurückerstatten.

Krankheitskosten

Zusätzlich zu den jährlichen Leistungen der EL ist es möglich, Krankheitskosten teilweise vergütet zu erhalten, wenn sie nicht bereits durch eine Versicherung (Krankenkasse, Unfall-, Haftpflicht- oder Invaliditätsversicherung usw.) gedeckt sind.

Anspruch

Personen mit einem Anspruch auf Ergänzungsleistungen können sich u.a. folgende Kosten rückerstatten lassen:

  • Beteiligung an den Kosten der Obligatorischen Krankenversicherung (Selbstbehalt und Franchise) bis zum Betrag von jährlich CHF 1000.—
  • zahnärztliche Behandlung (einfache, wirtschaftliche und zweckmässige Behandlung)
  • Transport zur nächstgelegenen Behandlungsstelle
  • Kosten für Hilfe und Begleitung sowie für Pflege und Betreuung zu Hause
  • vorübergehende Heimaufenthalte
  • ärztlich angeordnete Bade- und Erholungskuren

Wenn keine jährliche EL ausgerichtet werden kann, ist trotzdem die Rückerstattung von Krankheits- und Behinderungskosten durch die EL möglich, wenn nur wegen dieser Kosten die Ausgaben die Einnahmen überschreiten.

Rückvergütung

Die Rückvergütung der Kosten muss innert fünfzehn Monaten seit der Rechnungsstellung beantragt werden. Die Krankheits- und Behinderungskosten sowie die Kosten für Hilfsmittel können nur für jenes Jahr vergütet werden, in dem die Behandlung oder der Kauf in der Schweiz stattgefunden hat.

 

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