Familienzulagen (FZ)

Per 1. August 2020 tritt eine Änderungen des Familienzulagengesetzes in Kraft: Für Jugendliche in Ausbildung werden höhere Zulagen ausbezahlt und arbeitslose Mütter haben unter bestimmten Voraussetzung ebenfalls Anspruch auf Familienzulagen.

Die Kinderzulage beträgt im Kanton Aargau 200 Franken pro Kind und Monat. Anspruch besteht ab dem Geburtsmonat bis zum Monat, in dem das 16. Altersjahr vollendet wird oder bis für das Kind eine Ausbildungszulage ausgerichtet wird, falls ein Anspruch auf diese vor dem 16. Altersjahr besteht. Eltern von erwerbsunfähigen Kindern (aufgrund von Krankheit oder einer Behinderung) haben Anrecht auf Kinderzulagen bis zum Monat des 20. Geburtstages.

Die Ausbildungszulage beträgt im Kanton Aargau 250 Franken pro Monat und Kind. Anspruch besteht ab dem ersten Tag des Monats, in dem das Kind eine nachobligatorische Ausbildung beginnt, frühestens jedoch ab Beginn des Monats, in dem der 15. Geburtstag des Kindes liegt. Der Anspruch gilt bis zum Abschluss der Ausbildung, jedoch längstens bis zum 25. Altersjahr.

Pro Kind wird eine Zulage ausgerichtet. Können mehrere Personen die Familienzulagen beantragen, regelt das Gesetz den Anspruch auf Familienzulagen. Weitere Eckwerte lesen Sie in unseren Merkblättern.


Arbeitslose Mütter, die eine Mutterschaftsentschädigung beziehen, erhalten Anrecht auf Familienzulagen

Arbeitslose Mütter, die eine Mutterschaftsentschädigung beziehen, haben ab dem 1. August 2020 Anspruch auf eine Familienzulage. Dies ist heute nicht der Fall. Hat beispielsweise in Folge einer fehlenden Vaterschaftsanerkennung keine andere Person einen Anspruch auf Familienzulagen, wird für das Kind keine Zulage ausgerichtet.

Bei Fragen zu den Änderungen oder bei sonstigen Anliegen steht Ihnen das Team Familienzulagen gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns unter 062 837 89 74 oder familienzulagen@sva-ag.ch.

Wer ist für den Bezug von Familienzulagen erstanspruchsberechtigt? Klicken Sie bitte hier.

Häufige Fragen

  • Können Familienzulagen auch nachträglich beantragt werden?

    Ja, die Familienzulagen können längstens 5 Jahre rückwirkend beantragt werden. Massgebend ist der Eingangsmonat der Anmeldung bei der Familienausgleichskasse.

  • Darf ein Kind während der Ausbildung ein eigenes Einkommen haben?

    Ja, aber das Einkommen darf 28'680 Franken (inklusiv 13. Monatslohn) im Jahr bzw. 2'390 Franken im Monat nicht übersteigen. Ersatzeinkommen wie Taggelder der Erwerbsersatzordnung, der Arbeitslosen- oder Invalidenversicherung sowie Kranken- oder Unfalltaggelder, gelten als Einkommen. Familienrechtliche Unterhaltszahlungen, Stipendien und Renten werden nicht berücksichtigt.

  • Werden Familienzulagen auch für Kinder im Ausland ausbezahlt?

    Für Kinder mit Wohnsitz im Ausland werden die Familienzulagen nur ausgerichtet, wenn zwischenstaatliche Vereinbarungen, also internationale Abkommen, das vorschreiben. Dies betrifft Kinder, welche in einem EU-/EFTA-Staat oder in einem anderen Vertragsstaat wohnen.

    Weitere Informationen finden Sie hier.

  • Ich beziehe die ordentliche AHV-Rente. Habe ich trotzdem Anspruch auf Familienzulagen?

    Für eine Arbeitnehmerin oder einen Arbeitnehmer im AHV-Alter (Männer ab 65 und Frauen ab 64 Jahren) besteht Anspruch auf Familienzulagen, sofern der Bruttolohn den Betrag von 1997 Franken pro Monat übersteigt; wenn also auf ein Einkommen von mindestens 597 Franken pro Monat AHV-Beiträge entrichtet werden. Massgebend ist das nach AHV-Kriterien ermittelte Einkommen. Die Beitragspflicht für Familienzulagen ist an jene der AHV gekoppelt. Für Erwerbseinkommen von Rentnerinnen und Rentnern unter 1400 Franken pro Monat werden infolge des Freibetrags auch keine FAK-Beiträge abgerechnet.

  • Müssen Familienzulagen versteuert und müssen darauf Sozialversicherungsbeiträge bezahlt werden?

    Die Familienzulagen zählen zum steuerbaren Einkommen. Auf die Familienzulagen müssen jedoch keine Beiträge an die Sozialversicherungen bezahlt werden.

  • Mein Mitarbeiter ist krank oder hatte einen Unfall. Besteht weiterhin ein Anspruch auf Familienzulagen?

    Ist der oder die Arbeitnehmende durch Krankheit oder Unfall an der Arbeitsleistung verhindert, so werden die Familienzulagen ab Eintritt der Arbeitsverhinderung für den laufenden und drei weitere Monate ausgerichtet, und zwar unabhängig davon, ob ein Lohn oder eine Versicherungsleistung bezahlt wird.

    Wird nach Ablauf dieser drei Monate weiterhin ein AHV-pflichtiger Lohn von mindestens CHF 597.00 pro Monat ausgerichtet, werden die Familienzulagen ebenfalls weiter ausbezahlt. Für die Berechnung des relevanten AHV-pflichtigen Einkommens für die Familienzulagen werden die Unfall- oder Krankentaggelder nicht eingerechnet.

    Bei Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit besteht der Anspruch auf Familienzulagen ab dem ersten Tag des Monats, in dem die Arbeit wieder aufgenommen und ein AHV-pflichtiges Einkommen von mindestens CHF 597.00 pro Monat erreicht wird.

  • Mein Mitarbeiter bezieht einen unbezahlten Urlaub. Besteht weiterhin ein Anspruch auf Familienzulagen?

    Bezieht der oder die Arbeitnehmende einen unbezahlten Urlaub, so werden die Familienzulagen nach Antritt des Urlaubs noch während des laufenden Monats und der drei darauffolgenden Monate ausgerichtet, sofern

    • Der Jahreslohn von CHF 7'170.00 erreicht und
    • Die Arbeit nach dem Ende des unbezahlten Urlaubs beim gleichen Arbeitgeber wieder aufgenommen wird

    Diese Regelung gilt auch, wenn Frauen ihren Mutterschaftsurlaub mittels unbezahlten Urlaubs verlängern.

     

    Beispiel 1: Dauert der unbezahlte Urlaub vom 15.05. bis zum 15.11, so besteht der Anspruch bis zum 31.8. und dann wieder ab dem 1.11

    Beispiel 2: Dauert der unbezahlte Urlaub vom 01.02. bis zum 31.08., so besteht der Anspruch bis zum 30.04. und dann wieder ab dem 01.09.

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