Hilflosenentschädigung der Invalidenversicherung

Benötigen Sie im Alltag regelmässige Hilfe, dann unterstützt Sie die Invalidenversicherung mit einer Hilflosenentschädigung. Die Höhe der monatlichen Unterstützung richtet sich nach dem Grad der Hilfsbedürftigkeit und ist unabhängig von Einkommen und Vermögen.

Anmeldung

Für die erstmalige Anmeldung für IV-Leistungen benutzen Sie die Anmeldung unter «Beliebteste Downloads».

Die Anmeldeformulare erhalten Sie bei den IV-Stellen, den Ausgleichskassen sowie den Gemeindezweigstellen. Für ein Erhöhungsgesuch genügt ein formloses Schreiben.

Die IV-Stelle Ihres Wohnkantons nimmt Ihre Anmeldung gerne entgegen.

Anspruch

Versicherte mit Wohnsitz und Aufenthalt in der Schweiz haben bei Hilflosigkeit Anspruch auf eine Entschädigung. Der Anspruch entsteht, wenn die Hilfsbedürftigkeit regelmässig und erheblich ist und seit mindestens einem Jahr besteht.

Massgebend ist die regelmässige und erhebliche Hilfe durch Dritte in den folgenden Tätigkeiten:

  • An- und Auskleiden
  • Aufstehen/Absitzen/Abliegen
  • Essen
  • Körperpflege
  • Verrichtung der Notdurft (z.B. Toilettengang)
  • Fortbewegung/Pflege gesellschaftlicher Kontakte

Sie können eine Hilflosenentschädigung anmelden, wenn Sie einer lebenspraktischen Begleitung, einer persönlichen Überwachung oder der dauernden Pflege bedürfen oder wenn Sie an einer schweren Sinnesschädigung leiden.

Leistung

Es bestehen drei Schweregrade der Hilfsbedürftigkeit:

  • Leichter Grad: Hilfsbedürftigkeit in mindestens 2 Lebensverrichtungen
  • Mittlerer Grad: Hilfsbedürftigkeit in mindestens 4 Lebensverrichtungen
  • Schwerer Grad: Hilfsbedürftigkeit in allen 6 Lebensverrichtungen

Der Wohnort (zu Hause oder im Heim) beeinflusst die Höhe der Entschädigung. Die monatlichen Beiträge sind wie folgt angesetzt:

  zu Hause im Heim
leichter Grad CHF 474 CHF 119
mittlerer Grad CHF 1‘185 CHF 296
schwerer Grad CHF 1‘896 CHF 474

Die Leistungen erhalten Sie längstens zwölf Monate rückwirkend. Entscheidend ist dabei das Datum der Anmeldung. Sie erhalten die monatlichen Beiträge werden von Ihrer Ausgleichskasse ausbezahlt.

Meldepflicht

Änderungen der persönlichen Verhältnisse, die den Anspruch beeinflussen, teilen Sie der IV-Stelle mit. Das ist der Fall bei:

  • Adressänderungen
  • Heimeintritt und Heimaustritt
  • Spital-Aufenthalt (genaues Eintritts- und Austrittsdatum)
  • Veränderungen der Hilfsbedürftigkeit oder der Leistungen der Spitex
  • Auslandaufenthalten von mehr als drei Monaten
  • einer Reduktion der Unterstützungsleistung von Dritten auf unter zwei Stunden pro Woche bei lebenspraktischer Begleitung

Häufige Fragen

  • Ich bin hilflos im Alltag. Wann erhalte ich Hilflosenentschädigung?

    Sind Sie bei den alltäglichen Lebensverrichtungen wie „An-/Auskleiden“, „Essen“ oder „Körperpflege“ etc. auf die regelmässige Hilfe anderer Menschen oder auf eine lebenspraktische Begleitung angewiesen, erhalten Sie unter gewissen Voraussetzungen eine Hilflosenentschädigung. Die Höhe der Entschädigung hängt vom Schweregrad Ihrer Hilfsbedürftigkeit ab. Der Anspruch entsteht frühestens nach Ablauf einer einjährigen Wartezeit.

    Ergänzend zur Hilflosenentschädigung kann die Invalidenversicherung Ihnen unter bestimmten Voraussetzungen durch die monatliche Auszahlung eines Assistenzbeitrages ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben zu Hause ermöglichen. Mit diesem Beitrag stellen Sie eine Assistenzperson an, welche Sie bei der gesamten Lebensführung unterstützt.

  • Ich beziehe eine Hilflosenentschädigung und mein Gesundheitszustand hat sich verschlechtert oder verbessert. Was muss ich tun?

    Sie können jederzeit eine Überprüfung der Hilflosenentschädigung oder des Assistenzbeitrages beantragen. Wichtig ist, dass eine Erhöhung immer frühestens ab dem Monat erfolgen kann, an welchem das Gesuch bei der Invaliden- oder Altersversicherung eingetroffen ist. Eine Verbesserung ist im Sinne der Meldepflicht immer zu melden. Eine Reduktion der Leistungen erfolgt nicht rückwirken, sondern in die Zukunft.

  • Wann werden die Renten und Hilflosenentschädigungen ausbezahlt?

    Die laufenden Renten und Hilflosenentschädigungen der AHV und IV werden für den ganzen Kalendermonat im Voraus ausbezahlt. Die Ausgleichskasse ist gesetzlich verpflichtet, den Zahlungsauftrag bis zum 20. Tag des Monats zu erteilen. Die Zahlungen der SVA Aargau werden jeweils am 3. Arbeitstag des Monats ausgelöst.

  • Ab wann habe ich Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung?

    Der Anspruch auf eine Hilflosenentschädigung entsteht frühestens nach Ablauf eines Wartejahres. Das heisst, die Hilflosenentschädigung wird erstmals ausbezahlt, wenn die Hilfe bereits während einem Jahr notwendig war.

    Für die Wartezeit werden keine Leistungen ausbezahlt.

  • Wird die Hilfe bei der Haushaltführung, beim Einkaufen oder bei der Zubereitung von Mahlzeiten bei der Hilflosenentschädigung angerechnet?

    Nein. Die angerechnete Dritthilfe betrifft nur die sechs Bereiche der alltäglichen Lebensverrichtungen «An-/Auskleiden», «Aufstehen/Absitzen/Abliegen», «Essen“, «Verrichten der Notdurft», «Körperpflege» und «Fortbewegung».

  • An wen wird die Hilflosenentschädigung ausbezahlt?

    Die Hilflosenentschädigung wird grundsätzlich an die versicherte Person ausgerichtet. Sollten Sie die Ausrichtung der Zahlung an eine andere Stelle wünschen, können Sie uns dies schriftlich mitteilen.

  • Ist die Höhe der Hilflosenentschädigung abhängig vom Einkommen?

    Nein, die Hilflosenentschädigung hängt nicht vom Einkommen ab. Der Grad der Hilflosigkeit sowie der Aufenthaltsort bestimmen die Höhe der Hilflosenentschädigung.

  • Wird bei der Hilflosenentschädigung auch die Hilfe von Angehörigen angerechnet?

    Ja, es ist unerheblich, wer die Dritthilfe leistet. Auch die Hilfe von Angehörigen, Institutionen, Verwandten und Bekannten wird berücksichtigt.

  • Ist eine rückwirkende Auszahlung der Hilflosenentschädigung möglich und falls ja, für wie lange?

    Erstmalige Anmeldung: Sind die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt, so ist eine Zahlung maximal zwölf Monate rückwirkend ab dem Datum der Anmeldung (Eingangsstempel) möglich.

    Erhöhungsgesuche: Eine Erhöhung der Hilflosenentschädigung ist immer frühestens ab dem Monat möglich, an welchem die Erhöhung schriftlich beantragt wurde (Eingangsstempel).

Mein Anliegen

Wie können wir Ihnen helfen? Wir sind gerne für Sie da.

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Kontakt

Ausgleichskasse
SVA Aargau
Kyburgerstrasse 15
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Tel. +41 62 836 81 81
Fax +41 62 836 81 99

E-Mail: info@sva-ag.ch

Invalidenversicherung
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