Inhalt - Arbeitgebende

Beitragspflicht

Personen, die in der Schweiz unselbständig erwerbstätig sind, müssen von ihrem Lohn Beiträge an die AHV, IV und EO entrichten. Unter bestimmten Voraussetzungen sind auch Personen beitragspflichtig, die im Ausland für Arbeitgebende in der Schweiz tätig sind oder in mehreren Staaten arbeiten. Nähere Informationen finden Sie hier.

Freibetrag für geringfügige Löhne
Bei Löhnen unter CHF 2300.— pro Kalenderjahr und Arbeitgeber werden die Beiträge nur auf Verlangen des Arbeitnehmers erhoben. Wird auf eine Abrechnung verzichtet, benötigt die Ausgleichskasse keine Kenntnis über das Arbeitsverhältnis.

Folgende Bereiche sind von dieser Regelung ausgenommen und der Ausgleichskasse in jedem Fall zu melden:

  • Tanz- und Theaterproduzenten
  • Orchestern
  • Phono- und Audiovisions-produzenten
  • Radio und Fernsehen
  • Schulen im künstlerischen Bereich

Auch für in Privathaushalten beschäftigte Personen (z.B. Putzfrauen, Kindermädchen, Haushalthilfen, Hauswarte, etc.) gilt die freiwillige Beitragsentrichtung bis CHF 2300.- nicht.

In diesen Anstellungsverhältnissen liegt der Freibetrag für geringfügige Löhne bei Personen bis Ende des 25. Altersjahres bei CHF 750.-. Andere Konstellationen sind in jedem Fall ab dem ersten Franken beitragspflichtig und müssen der Ausgleichskasse gemeldet werden. Nähre Informationen zu Hausdienstarbeitgebenden finden Sie hier.

Beginn der Beitragspflicht

Alle Erwerbstätigen sind ab 1. Januar nach Vollendung ihres 17. Altersjahrs beitragspflichtig.

JahrgangKalenderjahr
2016201720182019
1998pflichtigpflichtigpflichtigpflichtig
1999freipflichtigpflichtigpflichtig
2000freifreipflichtigpflichtig
2001freifreifreipflichtig


Für mitarbeitende Familienmitglieder gilt bis zum 31. Dezember des Jahres, in welchem sie das 20. Altersjahr vollendet haben, nur der Barlohn als massgebender Lohn. Auch für mitarbeitende Familienmitglieder im Rentenalter ist nur der Barlohn abzurechnen.

Ende der Beitragspflicht

Die Beitragspflicht endet, wenn das ordentliche Rentenalter erreicht ist und die Erwerbstätigkeit aufgegeben wird. Für Männer liegt das ordentliche Rentenalter bei 65 Jahren und für Frauen bei 64 Jahren.

Beiträge von AHV-Rentnerinnen und AHV-Rentnern

Personen, die das ordentliche Rentenalter erreicht haben und weiter erwerbstätig sind, zahlen weiterhin Beiträge an die AHV, IV und EO, nicht jedoch an die Arbeitslosenversicherung (ALV). Für erwerbstätige Altersrentnerinnen und Altersrentner gilt ein Freibetrag von CHF 1400.— monatlich oder CHF 16'800.— jährlich, auf dem sie keine Beiträge entrichten müssen. Beiträge werden also von jenem Teil des Erwerbseinkommens erhoben, der  CHF 1400.— im Monat oder CHF 16'800.— im Jahr übersteigt. Arbeitet eine Altersrentnerin oder ein Altersrentner gleichzeitig für mehrere Arbeitgebende, gilt der Freibetrag für jedes einzelne Arbeitsverhältnis.

Festsetzung und Zahlung der Lohnbeiträge

Es gibt zwei Abrechnungsverfahren, mit denen die Ausgleichskasse den Arbeitgebenden die Beiträge in Rechnung stellen kann: das ordentliche und das vereinfachte Abrechnungsverfahren.

Das ordentliche Abrechnungsverfahren

Das ordentliche Abrechnungsverfahren ist im Bundesgesetz über die Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHVG) geregelt. Grundsätzlich zahlt der Arbeitgeber aufgrund der deklarierten Lohnsumme Akontobeiträge und einmal jährlich erfolgt eine Abrechnung aufgrund der definitiven Lohnsumme.

Akontobeiträge
Die Ausgleichskasse setzt Akontobeiträge fest. Dies sind provisorische Beiträge, die auf der Höhe der voraussichtlichen Lohnsumme basieren. Sobald sich die Höhe der Lohnsumme wesentlich ändert, muss die Ausgleichskasse davon in Kenntnis gesetzt werden. Bis zu einer jährlichen Lohnsumme von CHF 200’000.— müssen die Beiträge vierteljährlich, über einer Lohnsumme von CHF 200’000.— monatlich bezahlt werden. Dabei ist der späteste Zahlungstermin jeweils der 10. Tag nach Quartalsende bzw. nach Monatsende.
Bei einer Lohnsumme unter CHF 10‘000.- wird auf eine vierteljährliche Rechnungs-stellung verzichtet und es findet nur eine jährliche definitive Rechnungsstellung statt.

Definitive Beiträge
Bei der Ausgleichskasse registrierte Arbeitgebende erhalten Ende Jahr eine Lohnbescheinigung. Auf diesem Formular deklariert der Arbeitgebende die definitiven Bruttolöhne. Aufgrund dieser Lohnbescheinigung werden die definitiven Beiträge unter Berücksichtigung der bereits fakturierten Akontorechnungen festgesetzt. Das Formular muss bis spätestens am 30. Januar nach Ende des Beitragsjahres bei der Ausgleichskasse eintreffen. Ein verspätetes Eintreffen kann die Erhebung von Verzugszinsen zur Folge haben.

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren

Das vereinfachte Abrechnungsverfahren ist Teil des Bundesgesetzes über Massnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit (BGSA). Von diesem Verfahren kann ein Arbeitgebender freiwillig Gebrauch machen. Das Verfahren ist für kurzfristige oder im Umfang geringe Arbeitsverhältnisse gedacht, so wie es vor allem bei Arbeitsver-hältnissen in Privathaushalten der Fall ist. Die Löhne des gesamten Personals müssen im vereinfachten Verfahren abgerechnet werden. Ein Merkblatt vom Bundesamt für Sozialversicherungen zum vereinfachten Abrechnungsverfahren finden Sie hier (PDF, 603 KB).

Beiträge
Im vereinfachten Abrechnungsverfahren wird auf unterjährige Akontorechnungen verzichtet und es findet nur eine jährliche definitive Rechnungsstellung statt.
Bei der Ausgleichskasse registrierte Arbeitgebende erhalten Ende Jahr eine Lohnbescheinigung. Auf diesem Formular deklariert der Arbeitgebende die definitiven Bruttolöhne. Aufgrund dieser Lohnbescheinigung werden die definitiven Beiträge der Arbeitgebenden festgesetzt. Das Formular muss bis spätestens am 30. Januar nach Ende des Beitragsjahres bei der Ausgleichskasse eintreffen. Ein verspätetes Eintreffen kann die Erhebung von Verzugszinsen zur Folge haben.
Zusätzlich zu den ordentlichen Sozialversicherungsbeiträgen stellt die Ausgleichskasse stellvertretend für die Steuerbehörde 5% Quellensteuer in Rechnung. 

Verzugszinsen

Verzugszinsen werden unabhängig von einem Verschulden oder einer Mahnung erhoben. Der Zinssatz beträgt 5 % pro Kalenderjahr.

Verzugszinsen bei verspäteter Abrechnung/Bezahlung der Beiträge

Abrechnung bzw. Zahlung nicht eingegangen bis

Zinsen laufen ab

Einreichung
Lohnabrechnung

 30. Januar nach Ende des Beitragsjahres 1. Januar nach Ende des Beitragsjahres

Akontobeiträge
(Monats-/ Quartalsrechnung)

30 Tage nach Monats- bzw. Quartalsende1. Tag nach Monats- bzw. Quartalsende

Differenzen zwischen Akonto- und definitiven Beiträgen 

30 Tage nach Rechnungsstellung1. Tag nach Rechnungsstellung

Nachgeforderte Beiträge vergangen Jahre

1. Januar nach Ende des jeweiligen Beitragsjahres

Zahlungen mit Lastschriftverfahren/Debit Direct

Wollen Sie Ihre Zahlungen bequem und zeitsparend erledigen? Mit dem Lastschriftverfahren der Bank (PDF, 69 KB) (LSV) oder dem Debit Direct der Post (PDF, 69 KB) (DD) müssen Sie sich nicht mehr um Ihre Pauschalrechnungen kümmern.

Ratenzahlung

Ist es Ihnen nicht möglich, die Nachtragsrechnungen auf einmal zu bezahlen, dann bieten wir Ihnen die Möglichkeit ein Gesuch für Ratenzahlung (PDF, 108 KB)zu stellen. Wir prüfen Ihr Gesuch gerne.

Bitte beachten Sie die folgende Bedingungen: 

  • Das Gesuch muss vor Ablauf der Zahlungsfrist bei der SVA Aargau eintreffen
  • Verspätete Zahlungen können trotz Zahlungsvereinbarung Verzugszinsen auslösen 
  • Jahresabrechnungen müssen bis Ende Jahr vollständig bezahlt sein
  • Für alle anderen Rechnungen sind maximal 12 Raten für die vollständige Bezahlung möglich

PartnerWeb

Über diese geschützte Internetlösung können uns Arbeitgebende folgende Daten übermitteln:

  • Anmeldung neuer Mitarbeitenden mit oder ohne Bestellung eines Versichertenausweises
  • Bestellung eines Versichertenausweis-Duplikats

Zusätzlich können Lohnabrechnungen online erfasst oder via ELM-Format übermittelt werden. Hier gehts zum Partnerweb

 

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